Toilette im Badezimmer von oben

Toiletten-Typen – Vor- & Nachteile, sowie Besonderheiten

Toiletten werden in verschiedenen Ausführungen wie Wand- und Stand-Toilette angeboten. Wo liegen die Vor- und Nachteile der Toiletten-Typen? Welche baulichen Voraussetzungen müssen für den Einbau bestimmter Toiletten vorliegen? Gibt es besonders pflegeleichte Toiletten? Diese und andere wichtige Fragen zum Thema Toiletten beantwortet Ihnen unser nachfolgender Toiletten-Kaufberater.

Zu WC-Becken

Welche grundsätzlichen Überlegungen sollten vor dem Kauf eines WCs getroffen werden?

War eine Toilette mit Wasserspülung vor nicht einmal 60 Jahren in einigen ländlichen Gegenden noch keine Selbstverständlichkeit, sind einige Toiletten heute schon fast Hightech-Entsorgungseinrichtungen. Trotz vieler verfügbarer technischer Features wie Geruchsabsaugung oder Duschfunktion muss eine Toilette zunächst einmal grundlegende Anforderungen wie Komfort und Langlebigkeit erfüllen. Dabei sollte eine Toilette leicht zu reinigen sein und möglichst wenig verschmutzen.

Weiterhin muss die Installation des favorisierten Toiletten-Typs in Ihrem Bad überhaupt möglich sein. So lassen sich zum Beispiel Wand-WCs mit hängender Montage nicht in allen Bädern montieren. Darüber hinaus kann es empfehlenswert sein, beim Kauf einer Toilette bzw. deren Montage an den Komfort beim Toilettengang im Alter zu denken.

Badezimmer modern

Da Bäder heute oft echte Wohlfühloasen sind, kann eine im Design nicht passende Toilette als Fremdkörper wirken. Wird das gesamte Badezimmer neu gebaut oder komplett renoviert, ist es daher vorteilhaft, die Toilette zusammen mit Badmöbeln, Kacheln, Bodenflieseny und anderen prägenden Elementen des Bads auszusuchen. Soll nur die Toilette ausgetauscht werden, passen sich schlichte und einfarbige Modelle meist besser in das Baddesign ein als Modelle mit speziellem Design. Der Wasserverbrauch und die Lautstärke der Spülung können weitere wichtige Kaufkriterien sein.

Wand-WC oder Stand-WC kaufen?

WCs lassen sich grob in Wand- und Stand-WCs einteilen:

Wand-WC:

Ein Wand-WC wird an einer Wand verankert. Da dieser WC-Typ sozusagen an der Wand hängt, werden entsprechende WCs auch häufig als Hänge-WCs bezeichnet. Damit ein Wand-WC ausreichend stabil montiert werden kann, ist eine entsprechend tragfähige Wand nötig. So können Sie Wand-WCs zum Beispiel gar nicht oder zumindest mit größerem Aufwand an Leichtbau-Wänden montieren. Außerdem ist bei Wand-WCs ausschließlich ein rückseitiger Abgang (Abfluss) möglich. Diese Form des Abflusses lässt sich unter anderem in vielen Altbauten nur mit zusätzlichen und damit kostspieligen Montagearbeiten realisieren, da hier das Abflussrohr in der Regel direkt unter der alten Toilette positioniert ist. Zu den Vorteilen eines Wand-WCs gehört die leichte Anpassbarkeit der Montagehöhe auf Ihre individuellen Wünsche. Dies kann besonders im Alter wichtig sein. Zu den weiteren Pluspunkten von Wand-WCs zählt ihr im Vergleich zu Stand-WCs oft schöneres Design. Zudem lässt sich der Bereich unter einem Wand-WC sehr leicht reinigen, da weder Standfuß noch Abflussrohr für schwer zugängliche Schmutzecken sorgen. Wie Sie ein Wand-WC montieren können, erfahren Sie hier!

Stand-WC:

Im Gegensatz zu einem Wand-WC wird ein Stand-WC direkt auf dem Boden verschraubt. Diese Montageform ist im Vergleich zu Installation eines Wand-WCs in der Regel deutlich einfacher und kann daher auch von weniger erfahrenen Heimwerkern erledigt werden. Aufgrund der Bodenmontage eignen sich Stand-WCs gut für Bäder mit Leichtbauwänden sowie für viele Altbauten. Zudem ist der Toiletten-Typ für Personen mit besonders hohem Körpergewicht empfehlenswert. Stand-WCs werden mit Bodenabgang (Abfluss direkt unter dem WC) oder wie beim Wand-WC mit rückseitigem Abgang angeboten. Ein „How-to“ zur Installation eines Stand-WCs finden Sie hier!

Profitipp: Wie kann man Schmutzecken am Standfuß von Stand-WCs verhindern?

Der Bereich um den Fuß von Stand-WCs lässt sich meist nicht so gut reinigen. Achten Sie daher verstärkt auf eine gute Abdichtung mit zum Beispiel Sanitärsilikon zwischen Standfuß und Fußboden. So kann weniger Schmutz in den Spalt eindringen und es bilden sich keine störenden „Geruchsnester“. Der Durchbruch des Abflussrohrs durch den Fußboden kann mit einer formschönen und dicht abschließenden Blende bzw. Überwurfmuffe abgedeckt werden. Einige dieser Blenden lassen sich zum Reinigen des Rohrs nach oben schieben.

Welchen Spülmechanismus wählen – Flach- oder Tiefspüler?

Flachspüler:

Bei Toiletten mit Flachspülung fallen die Ausscheidungen zunächst auf eine Stufe im WC. Erst der Spülvorgang befördert diese dann in den Abfluss. Dadurch kann es zu einer verstärkten Geruchsentwicklung und einer schnelleren bzw. stärkeren Verschmutzung des WCs kommen. Unschön sind ebenso Kalkränder auf der Stufe des WC-Beckens. Diese lassen sich jedoch größtenteils durch die Verwendung von WC-Steinen und eine regelmäßige Reinigung verhindern. Zu den Vorteilen von Flachspülern gehört die leichtere Entnahme von Stuhlproben für zum Beispiel Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen. Zudem kann bei Flachspülern beim Stuhlgang kein Wasser aus dem Abfluss bzw. Siphon hochspritzen.

Tiefspüler:

Bei einer Tiefspüler-Toilette fallen die Ausscheidungen direkt in das oberhalb des Abflusses stehende Wasser. Dadurch können sich kaum Gerüche ausbreiten und die Toilette verschmutzt weniger. Allerdings kann es bei Flachspülern zum unangenehmen Hochspritzen von Wasser kommen. Diesen oft auch aus hygienischen Gründen als unangenehm empfundenen Effekt können Sie verhindern oder zumindest abmildern, indem Sie vor dem Stuhlgang etwas Toilettenpapier in den Bereich oberhalb des Abflusses werfen. Ein weiterer Nachteil von Flachspülern ist die kaum ordnungsgemäß mögliche Entnahme von Stuhlproben.

Toiletten mit „Sonderfunktionen“ – welchen Nutzen bieten diese?

  • Spülrandlose Toiletten: Zu den besonderen Toiletten-Typen gehören spülrandlose WCs. Durch eine spezielle Bauart verfügen diese WCs über keinen Spülrand an der Oberkante der WC-Schüssel. Unter den schwer zugänglichen Spülrändern sammeln sich schnell Schmutz und Kalkablagerungen. Folglich lassen sich spülrandlose Toiletten leichter reinigen. Allerdings müssen Spülwassermenge und Spülwasserdruck genau an das WC angepasst werden, da sonst das Spülwasser leicht aus der WC-Schüssel spritzen kann.
  • Kompakt-WCs: Verfügen Sie nur über ein kleines Bad, könnte ein Kompakt- bzw. Raumspar-WC für Sie die richtige Wahl sein.
  • Dusch-WC: Dusch-WCs sind eine Kombination aus WC und Bidet. Sie können sich also durch die Duschfunktion direkt nach dem Stuhlgang reinigen und sparen sich den Einbau eines Bidets.
  • Geruchsabsaugung: Einige Toiletten bieten eine integrierte Geruchsabsaugung, die direkt während der Benutzung funktioniert.
Toilette von vorne in modernem Bad

Zusammenfassende Checkliste – was beim Kauf eines WCs beachten?

Grundsätzliche Überlegungen
  • Ist die Toilette altersgerecht?
  • Welche Tragfähigkeit weist die Wand hinter dem WC auf?
  • Welche Art von Abgang (Ablauf) kann installiert werden?
Wand-WC oder Stand-WC?
  • Wand-WCs benötigen eine tragfähige Wand.
  • Wand-WCs sind pflegeleichter.
  • Stand-WCs lassen sich leichter montieren.
Flachspüler oder Tiefspüler?
  • Flachspüler verursachen mehr Gerüche. Dafür spritzt kein Wasser hoch.
  • Tiefspüler sorgen für eine geringere Geruchsbelastung. Stuhlproben lassen sich bei Tiefspülern kaum entnehmen.
Sonderwünsche?
  • WCs mit spülrandlosem Rand (leicht zu reinigen)
  • Kompakt-WCs
  • Dusch-WCs
  • WCs mit Geruchsabsaugung